Ahnenforschung Familie Geißler-Fehnle
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Familie Josef Winogrodzki, Schuhfabrikant aus Radautz

    Ich bin Frank Geißler und mit Katharina geb. Fehnle verheiratet. Wir haben 4 Kinder zwischen 5 und 18 Jahren.

    Ich bin in Leisnig geboren und arbeite als Gartenbauingenieur in einem mittelständigen Gartenbaubetrieb hier in der Lommatzscher Pflege.

    Meine Frau Katharina hat viele Jahre mit ihrer beruflichen Laufbahn pausiert und sich um unsere Kinder gekümmert. Jetzt hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und verkauft Fotocollagen im Internet. http://www.geissler-fehnle.de/

    Katharina´s Großmutter, die Johanna geborene Winogrodzki wurde am 11.6.1912 in Radautz geboren. Sie war das einzige Kind von Josef Winogrodzki und dessen Frau Marie geborene Press.

    Josef Winogrodzki hatte mit seinem Bruder Ferdinand eine Schuh- und Leistenfabrik in Radautz. Sie wohnten in der Herrengasse. Über die Fabrik wissen wir nichts Näheres. War es eine kleine Manufaktur im Wohnhaus, wo nur Familienangehörige arbeiteten? Oder war die Fabrik schon etwas größer und außerhalb des Wohnhauses? Auf jeden Fall gab es eine, da Josef 1942 als Entschädigung eine Bürstenfabrik in Oberschlesien erhielt.

    Am 4.6.1927 heiratete Johanna den Friedrich Karl (Fritz) Staudt. Er arbeitete als Vorarbeiter in der Schuhfabrik. Wir haben den Hochzeitseintrag in den verfilmten Kirchenbüchern von Radautz im Leipziger Staatsarchiv gefunden. Johanna hat man dort ein Jahr älter gemacht und als Geburtsjahr 1911 angegeben. Die Eltern von Fritz Staudt (am 8.7.1903 in Milenkowitz geboren) sind Valentin Staudt und Mathilde Wagner.

    Enge familiäre Beziehungen haben damals, wie auch heute noch zu den Kindern von Ferdinand Winogrodzki und dessen Frau Marie geborene Spiski sowie zu den Geschwistern der Marie geb. Press, Johann und Jakob bestanden. Johanna und Fritz bekamen ihr erstes Kind mit Namen Valentin genannt Valli 1932.

    1942 verließen die Familien Bukovina um in Sachsen die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen. Danach sollten sie in Oberschlesien angesiedelt werden. Eine Cousine der Johanna die Anni Köhler geb. Press erzählte, sie seien bei Hindenburg gewesen und der Ort hätte wie „Schimmelschütz“ geklungen. Hindenburg ist heute Zabrze und dieses „Schimmelschütz“ könnte Strzemieszyce östlich von Zabrze sein. Zumindest weist ein Fotoatelierstempel von einem Foto auf diesen Ort Eine Schwester der Anni Press, die Renate wurde am 8.12.1942 in Gonolog in Oberschlesien geboren. Gonolog könnte Gołolog sein, östlich von Zabrze unweit von Strzemieszyce.

    Wie schon erwähnt bekam die Familie dort als Entschädigung eine Bürstenfabrik. Diese gehörte vorher einer jüdischen Familie, welche vor den Augen der Winogrodzki´s abgeführt wurde. Eine Tochter der jüdischen Familie konnte sich wohl in einem Schuppen oder Keller verstecken und bekam dort von den Winogrodzki`s zu essen. Das war wohl ein einschneidendes Erlebnis für Johanna.

    Mit dem Ende des 2.Weltkrieges kamen alle wieder in Dresden an. Es wurde großer Wert auf den familiären Zusammenhalt gelegt. Ein Teil von Ferdinands Kindern war noch im Krieg und die jüngeren im Erholungslager. Teile der Familie waren schon weitergereist nach Böhlen bei Leisnig (etwa 60 km von Dresden und 50 km von Leipzig entfernt) Im dortigen Rittergut wurden sie untergebracht.

    Josef Press wartete in Dresden noch auf eine Nähmaschine, die er für einen Neuanfang mitgebracht hatte. Das wurde der Familie zum Verhängnis.
    Am 13.2.1945 starben in Dresden

      - Josef Winogrodzki, dessen Frau Marie geb. Press mit ihrem Enkel Walentin Staudt.
      - Johann Press und dessen Frau Olga geb. Rippel
      - Jakob Press und dessen Tochter Josephine

    Johanna Staudt geb. Winogrodzki überlebte den Bombenangriff und begab sich nach Böhlen zu ihren Cousinen Anni, Hertha, Mini (Wilhelmine) und Renate Press, den Kindern von Johann Press und Olga Rippel.

    Johanna´s Mann Fritz starb am 5.2.1948 in Leipzig im Krankenhaus. Er litt an Granatsplittern in der Kopfhaut.

    Ein Teil der Kinder sowie Ferdinand und Marie Winogrodzki selbst blieben in Dresden. Einige ihrer Kinder zog es aber weiter in den Westen.

    Schon 1942 bei der Eindeutschung lies Ferdinand den Familiennamen von Winogrodzki auf Winogrocki ändern. es sollte nicht so rumänisch, sondern mehr österreichisch klingen. Ursprünglich soll die Familie auch mal Weingarten oder so geheißen haben.

    Der älteste Winogrodzki, der uns bekannt ist, der Gregor Winogrodzki soll nach Angaben im Kirchenbuch aus Bojany stammen. Verheiratet mit Anna geb. Grodwska wurde sein Sohn Josef 1816 geboren und dieser war Finanzoberaufseher in Bojany und heiratete am 27.10.1844 in Sereth. Dessen Sohn Emil wiederum heiratete die Rosalia Stadler und ist Vater von den schon erwähnten Brüdern Josef und Ferdinand.

    Besteht die Möglichkeit, irgendwo in den Kirchenbüchern von Bojany nachzuforschen, woher der Gregor Winogrodzki stammt?

    Durch gute Zusammenarbeit mit Gertrud Siewi konnte ich im letzten Jahr die Vorfahren der Marie geb. Press noch vervollständigen.

      Die Vorfahren sind alle auf meiner Homepage nachzulesen

      http://ahnen.geissler-fehnle.de/index.html
      http://ahnen.geissler-fehnle.de/ahnen%20fehnle.html

      Für Hinweise und Anregungen wäre ich sehr dankbar.
      Frank Geißler
      Bachgasse 6
      04703 Leisnig
      Germany
      mailto:ahnen@geissler-fehnle.de

      Leisnig im April 2010


    The Family of Josef Winogrodzki, Shoe Maker in Radautz



    written by Frank Geißler
    translated by Irmgard Hein Ellingson


    I am Frank Geißler and am married to Katharina nee Fehnle. We have four children between the ages of five and eighteen.

    I was born in Leisnig, then in East Germany, and am employed as a horticultural engineer in a midsized horticultural farm here in the Lommatzscher Pflege in central Saxony. This is the hilly country on the west side of the Elbe River valley northwest of Meissen, Germany.

    My wife Katharina took a break from her professional career for many years in order to take care of our children. Now she has turned her hobby into her profession and sells photo collages online at http://www.geissler-fehnle.de/.

    Katharina´s grandmother, Johanna nee Winogrodzki, was born 11 June 1912 in Radautz, Bukovina. She was the only child of Josef Winogrodzki and his wife, Marie nee Press.

    Josef Winogrodzki had a shoe and bootstrap manufactory or workshop in Radautz.with his brother Ferdinand. They lived in a street called the Herrengasse. We do not know anything more about the business. Was it a kind of cottage industry at which only family members were employed? Or was it somewhat larger and outside of the family home?

    At any rate, there was such an operation. During World War II, in the year 1942, Josef received a brush factory in Oberschlesien [Upper Silesia] as compensation for property left in Bukovina.

    On 4 June1927, Johanna married Friedrich Karl (Fritz) Staudt. He was employed as a foreman or overseer in the manufactory. We found their marriage record in the microfilmed Radautz church books which are now held in the Staatsarchiv in Leipzig. Johanna’s birth year is listed as 1911 so she was made a year older. The parents of Fritz Staudt, born 8 July 1903 in Milenkowitz, are cited as Valentin Staudt and Mathilde Wagner.

    The families of Ferdinand Winogrodzki and his wife Marie nee Spiski and the siblings Marie geb. Press, Johann and Jakob were very close then and this remains the case.

    Johanna and Fritz had their first child, Valentin, nicknamed Valli, in 1932.

    In 1942 the family left Bukovina in order to obtain German citizenship in Saxony. They were supposed to be settled in Oberschlesien after that. Johanna’s cousin, Anni Köhler nee Press, said that they were in a place near Hindenburg and the name of this place sounded something like “Schimmelschütz”. Hindenburg is now Zabrze near Katowice in southern Poland. This “Schimmelschütz” could be Strzemieszyce east of Zabrze. A stamp from a photography studio provides further indication of the location.

    Anni Press’s sister Renate was born 8 December 1942 in Gonolog, Oberschlesien. Gonolog could be present-day Gołolog which is east of Zabrze and not far from Strzemieszyce.

    As already stated, the family received a brush factory as compensation for the property left in Bukovina. This had belonged to a Jewish family, who was led away right before the eyes of the Winogrodzkis. A daughter of this Jewish family hid herself in a shed or in the cellar, and the Winogrodzki family supplied her with food.

    That was certainly a powerful, dramatic experience for Johanna.

    Towards the end of World War II, the family came together again in Dresden. It was very important to them that they would stick together. Some of Ferdinand’s children were still on active duty in the war and the younger ones in an Erholungslager, a camp offering fresh air, rest, and recovery. Part of the family had already traveled on Böhlen near Leisnig, about 60 kilometers from Dresden and 50 kilometers from Leipzig. There they were housed a local (Rittergut) manor. In Dresden, Josef Press waited for a sewing machine that he had brought along to help, make a new start. It was a fatal decision for the family.
    The following died in the fire bombing of Dresden on 13 February 1945:

      - Josef Winogrodzki, his wife Marie nee Press, with their grandchild Valentin Staudt
      - Johann Press and his wife Olga nee Rippel
      - Jakob Press and his daughter Josephine


    Johanna Staudt nee Winogrodzki survived the fire bombing and made her way to Böhlen and her cousins Anni, Hertha, Mini (Wilhelmine) and Renate Press, who were the children of Johann Press and Olga Rippel.

    Johanna´s husband Fritz died in the Leipzig hospital on 5 February 1948 in Leipzig. He suffered from grenade splinters in his scalp.

    Some of the children as well as Ferdinand and Marie Winogrodzki remained in Dresden. Other children of the family moved further west. In 1942, when the family was officially Germanized and became naturalized German citizens, Ferdinand changed the family surname from Winogrodzki to Winogrocki. It was intended to make the name sound more Austrian and not so Romanian.

    Originally the family was said to have been called Weingarten or something like that. Gregor Winogrodzki, the oldest Winogrodzki known to us, came from Bojany according to church records. He married Anna nee Grodwska, and they had a son Josef, born in 1816. This Josef was Finanzoberaufseher, or a financial supervisor, in Bojany and was married in Sereth, Bukovina, on 27 October 1844. His son Emil married Rosalia Stadler and became the father of the two brothers, Josef und Ferdinand, who were introduced above.

    Is it possible to look at the Bojany church records somewhere in order to learn about the origins of Gregor Winogrodzki?

    With the excellent collaboration of Gertrud Siewi, I was able to gather the names of the ancestors of Marie nee Press in the last year.

    You can read about the ancestors on my homepage:
    http://ahnen.geissler-fehnle.de/index.html
    http://ahnen.geissler-fehnle.de/ahnen%20fehnle.html

      I would be very grateful for any leads and/or further information.

      Frank Geißler
      Bachgasse 6
      04703 Leisnig
      Germany
      Email: ahnen(at)geissler-fehnle.de

      Leisnig in April 2010


    Frank, Matthias, Martin, Anne Sophie, Katharina, Anna Lina Geissler
    Frank, Matthias, Martin, Anne Sophie, Katharina, Anna Lina Geissler

    Josef Winogrodzki
    Josef Winogrodzki

    Josef Winogrodzki, Hanna und Vallentin Staudt
    Josef Winogrodzki, Johanna und Vallentin Staudt

    Hanna und Fritz Staudt
    Hanna Staudt geb. Winogrodzki, Fritz Staudt

    Hanna Fritz und Walli Staudt in Radautz
    Fritz, Hanna und Valli Staudt in Radautz